Sächsischer Bücherkoffer

Wir präsentieren zehn ausgewählte Neuerscheinungen von Autor*innen und Übersetzer*innen in und aus Sachsen.

Der Sächsische Literaturrat empfiehlt zehn bemerkenswerte Neuerscheinungen von Schriftsteller*innen, Dichter*innen und Übersetzer*innen in und aus Sachsen. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt, bei der die Titel vorgestellt werden und eine Autorin oder Übersetzerin aus ihrem Buch liest. 

    Herbst 2023

  • Iron Woman

    Obwohl ihre Expertise beim Abschrauben einer Ventilklappe endet, stellt sich Rebecca einer der größten Herausforderungen des europäischen Radwegnetzes: Sie möchte den knapp 10.000 Kilometer langen Iron Curtain Trail bezwingen, der von der bulgarisch-türkischen Grenze bis in den hohen Norden Europas führt, immer entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.

    Rebecca Maria Salentin *1979 in Eschweiler - arbeitete nach dem Abitur u.a. im Garten-Landschaftsbau, als Küchenhilfe und bei der Literaturzeitschrift EDIT - betrieb zehn Jahre lang das Sommercafé „ZierlichManierlich“ - schrieb zwei Romane sowie Texte in Zeitschriften und Anthologien - lebt in Leipzig

  • Tansy E. Hoskins: Das antikapitalistische Buch der Mode

    Mode ist etwas Wunderbares. Sie kann inspirieren, Kreativität zum Ausdruck bringen, Identität stiften. Mode ist aber auch Macht und Gewalt. Von den Sweatshops in Bangladesch zu den Laufstegen in Paris - Kleider erzählen eine Geschichte von Ungerechtigkeit und Ausbeutung, von der Klimakrise und vom unersättlichen Wunsch nach mehr.

    Marlene Fleißig 1992 - wuchs in Bayern auf - studierte Übersetzen und Dolmetschen in Leipzig - ihr Debütroman „Bestimmt schön im Sommer“ erschien 2019 - lebt in Leipzig Magdalena Kotzurek 1988 in Tychy - studierte Komparatistik und Konferenzdolmetschen - 2017 Finalistin des Open Mike - 2019 ausgezeichnet mit dem Wortmeldungen-Förderpreis - lebt in Leipzig

  • Radios mit Naturstimme

    Gedichte mit Grafiken von Pètrus Akkordéon und einem Nachwort von Patrick Wilden, der unter anderem schreibt: Der gewichtigste Grund für dieses Buch ist, dass es existiert. (…) Manuela Bibrach ist Dichterin durch und durch, Gedichte zu schreiben ist ihre Form zu sprechen. (...) Ihre Gedichte sind nicht vom Kopf her geschrieben, allenfalls gewissenhaft in Form gebracht.“

    Manuela Bibrach *1971 in Dresden - Diplomingenieurin Landschaftsnutzung & Naturschutz - Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien - zahlreiche Auszeichnungen - seit 2015 Mitglied im Literaturforum Dresden- seit 2018 Mitglied der Oberlausitzer Autorenrunde

  • Wellenkinder

    Berlin 2022: Vor über dreißig Jahren ist Jans Mutter unter dubiosen Umständen verschwunden. Boltenhagen 1970: Oda träumt von der Freiheit, doch ihre Flucht durch die Wellen scheitert. Als sie in der Haftanstalt Hoheneck ist, merkt sie, dass sie ein Kind erwartet. Ostpreußen 1945: Margit sieht auf der Ostsee, wie eine Frau mit ihrem Baby über Bord gehen will.

    Liv Marie Bahrow *1972 - aufgewachsen in einer Kleinstadt in der DDR - Schreibdozentin - ihr kritisches Umfeld und die Ereignisse der Wendezeit haben sie tief geprägt - Sie ist Literaturwissenschaftlerin und Schreibdozentin - lebt mit ihrer Familie in Leipzig

  • Als Mama einmal unsichtbar war

    Hennies Mama ist krank. Dabei sieht sie anfangs aus wie immer. Mamas Kranksein ist anders. Unsichtbar. Der Krebs macht, dass irgendwie alles verschwindet. Erst die Wörter, dann das Lachen, Mamas Appetit und Mamas Haare. Bis sogar Mama selbst fast verschwindet. Aber Hennie und Mama finden einen geheimen Trick, um Mama sichtbar zu machen.

    Julia Rosenkranz 1985 - hat einige Jahre als Kinderbuchlektorin gearbeitet - machte sich als Autorin selbstständig - "Als Mama einmal unsichtbar war" ist teilweise autobiografisch - lebt mit ihrer Familie in Leipzig Nele Palmtag 1973 - machte eine Ausbildung zur Ergotherapeutin – studierte Modedesign und Illustration - lebt mit ihrer Familie in Hamburg

  • Das Kind liebt das Vieh. Gedichte und Blitze

    Diese Texte beglücken durch das Eingeständnis der Aufrichtigkeit. Sie sind, wie es ist. Fell zu haben, Angst vor einem Engel, meine Seel’ ein weites Meer. Eine Auswahl an Erzähltexten aus zwölf Jahren, Texte, die einander zu wispern, raunen von der Nacht kurz vorm Schlaf. Wenn Regen Schnee wird, die Sterne hin und her wiegen.

    Julia Dathe
    *1980 in Leipzig - Studium der Kunst­pädagogik und am Deutschen Literatur­institut in Leipzig - leitet Schreib­werkstätten für Kinder Jugend­liche und Erwachsene - schreibt Drama, Lyrik, Kurzprosa, Texte für Kompositionen und grafische Arbeiten - lebt mit ihrer Familie in Leipzig

  • Geister

    Zwischen Albtraum und Utopie bewegen sich diese Gedichte und rhythmisierten Fließ-Texte. Das Ich wandert durch ein weg bröckelndes Habitat - Verschüttungen, Tunnel, Bruch- und Brach-Zonen. John Sauter ist der Dokumentarist einer zerrütteten Innerlichkeit, mit einem feinen Gespür für die Risse in unserer Gesellschaft.

    John Sauter *1984 in Freiberg - studierte Journalistik und Kunstgeschichte in Leipzig sowie Sprachkunst in Wien, debütierte 2019 mit dem Gedichtband „Startrampen“, verfasst kulturjournalistische Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften sowie Katalogbeiträge für bildende Künstlerinnen - lebt in Leipzig, Wien und Berlin

  • Krüppelpassion oder vom Gehen

    Jan Kuhlbrodt ist an Multipler Sklerose erkrankt und sitzt im Rollstuhl. Er thematisiert seine Erkrankung und das Sterben. Der Autor schreibt selbst: „So versuche ich in meinem Krüppeltext mit Mut und Humor vom langsamen Rückzug des Lebens aus meinem Körper zu schreiben als eine Begegnung von all diesen Momenten.“ Ausgezeichnet mit dem Alfred-Döblin-Preis 2023.

    Jan Kuhlbrodt *1966 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) - studierte Politischen Öko­nomie und Philo­sophie sowie am Deutschen Literaturinstitut - arbeitete als Lehrer in einem Projekt für straffällig gewordene Jugendliche - war Antiquar und Herausgeber der Literaturzeitschrift EDIT - arbeitet als Dozent und Redakteur - lebt in Leipzig

  • Marshall Sahlins: Neue Wissenschaft des verwunschenen Universums. Eine Anthropologie fast der gesamten Menschheit

    Marshall Sahlins liest ältere und neuere Ethnografien und nimmt uns so mit auf eine Reise um die Welt, von den Inuit am Polarkreis bis zu den Dinka in Ostafrika. Und er zeigt, dass in den meisten Kulturen auch heute noch die Menschen nur ein kleiner Teil eines verwunschenen Universums sind …

    Heide Lutosch *1972 in Niedersachsen - hat zahlreiche Sachbücher zu so diversen Themen wie Selbstmitgefühl, Thomas Mann oder Elefanten aus dem Englischen übersetzt – schrieb selbst das Buch „Kinderhaben“ - lebt in Leipzig

  • Tagebuch eines Überfliegers

    Tomke schreibt Tagebuch. Lust zu sprechen hat er nämlich kaum. Dabei hätte er viel zu erzählen. Ein Gedankenleser müsste erfunden werden! Dann könnten alle Menschen einwandfrei hören, was aus Tomkes Mund nicht, zu spät oder unvollständig herausstottert. Allerdings würden die Leute dann auch hören, was Tomke über sie denkt … 

    Frauke Angel *1974 in NRW - Ausbildung zur Schauspielerin in Kiel – spielt und arbeitet an Theatern, auch als Dramaturgin und Regieassistentin - schrieb zunächst als Ghostwriterin - veröffentlicht seit 2011 unter eigenem Namen Bücher - lebt mit ihrer Familie in Dresden