Geschrieben am 16. Mai 2022

Uwe Tellkamp: Der Schlaf in den Uhren

Im Mittelpunkt dieses Romans steht Fabian Hoffmann, einstiger Dissident, der 2015 als Chronist in Diensten der "Tausendundeinenachtabteilung" von Treva steht.

Hier, in den Labyrinthen eines unterirdischen Reichs, arbeitet die "Sicherheit" an Aktivitäten, zu denen einst auch die Wiedervereinigung zweier geteilter Staaten gehörte. In diese Welt ist Fabian einem ihrer Kapitäne, Deckname "Nemo", gefolgt, um herauszufinden, wer seine Schwester und seine Eltern verraten hat. Zugleich ist Fabian mit einer Chronik befasst, die zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung erscheinen soll. Doch es kommt anders. Fabian gerät auf eine Reise, die ihn tief in die trevische Gesellschaft und ihre Utopien hineinführt. Er analysiert Ordnungsvorstellungen und Prinzipien der Machtausübung, die Verflechtungen von Politik, Staatsapparat und Medien, beobachtet die Veränderungen im alltäglichen Leben. Immer mehr löst sich dabei seine Chronik von ihrem ursprünglich amtlichen Auftrag, streift zurück bis in das Dresden seiner Kindheit, in die stillstehende Zeit vor zwei Epochenjahren. Auf seiner Suche nach Ordnung und Sinn kämpft Fabian gegen die Windmühlen der Macht, die Fälschungen der Wirklichkeit, den Verlust aller Sicherheiten – und gibt doch den Traum von einer befreiten Zukunft nicht verloren. Der Roman ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

Uwe Tellkamp wurde 1968 in Dresden geboren. Der Romancier, Erzähler und Essayist legte 2008 mit"Der Turm" einen Roman vor, in dem er die Vorwende- und Wende-Zeit der DDR zum Thema machte. Mit einem Ausschnitt aus dem Roman "Der Schlaf in den Uhren" gewann er 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Neben anderen Auszeichnungen wurde ihm 2008 der Uwe-Johnson-Preis, im selben Jahr der Deutsche Buchpreis und 2009 der Deutsche Nationalpreis zuerkannt.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.