Bei uns zu Gast

Informationen zum Projekt

Die Lesereihe "Bei uns zu Gast" wurde 1996 ins Leben gerufen und findet im Leipziger Haus des Buches statt. Sie hat drei Schwerpunkte:
(1) Autoren, die aus Sachsen stammen bzw. deren Schaffen eng mit dem Freistaat verbunden ist, die aber nicht mehr hier leben, mit einer Neuerscheinung
(2) namhafte Schriftsteller aus dem deutschsprachigem Raum mit einer Neuerscheinung,
(3) eine biographische Neuerscheinung zu einem bereits verstorbenen Autor bzw. zu einem uns wichtigen Thema (beides meist, aber nicht ausschließlich aufgrund eines Jubiläums).
Alle Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig statt.

Veranstaltungen

cover: Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"

Reservierungen sind für alle Veranstaltungen möglich unter:
0341 - 350 59 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

 

Wolfgang Martynkewicz "Tanz auf dem Pulverfass. Gottfried Benn, die Frauen und die Macht"
(Aufbau
Verlag, 2017)

Lesung & Gespräch am 20. Februar 2018 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

Moderation: Jörg Schieke

"Von den Frauen und der Macht fühlte er sich gleichermaßen herausgefordert, sie übten auf den Dichter eine höchst verführerische Wirkung aus, eine Wirkung, die so groß war, dass er sich immer wieder entziehen und zurückziehen musste. Benn sprach dann von seinem ,Einsamkeitsdrang`, von seinem Hang zu Melancholie, seinen, wie er augenzwinkernd sagt, ,Abnormitäten`- und davon, dass mit ihm, dem Solitär, eben ,kein Staat`zu machen sei." (W. M.) Trotzdem war es gerade dieser Hang zu Einsamkeit, Schwere und Trauer, weshalb die Frauen Gottfried Benn reihenweise erlagen, oft zwei auf einmal. Zu ihnen gehörten u. a. Else Lasker-Schuler, die sich mit 43 Jahren in den 27-Jährigen verliebte, Tilly Wedekind sowie Thea Sternheim und ihre Tochter Mopsa. Nicht nur für Mopsa aber gab es "zwei Benns": den von ihr idealisierten, den sie als "Genie" feierte, und den "realen", ein zweideutiger Charakter, "böse... dick, häßlich".
In seinem Buch erzählt Wolfgang Martynkewicz die Lebens- und Liebesgeschichte Gottfried Benns zwischen den Polen Aufbruch und Katastrophe. Sie bestimmten das Leben des Dichters im 20. Jahrhundert.

Wolfgang Martynkewicz ist freier Autor und Dozent an den Universitäten Bamberg und Bayreuth. Er veröffentlichte zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zur Geschichte der Psychoanalyse.

 

Eintritt: 5 / 4 Euro
Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig

Veranstaltungen der vergangenen Jahre

  • 2017: Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol" (Rowohlt), Peter Walther "Hans Fallada. Die Biographie" (Aufbau), Marcel Beyer "Das blindgeweinte Jahrhundert" (Suhrkamp)
  • 2016: Anna Mitgutsch, Hildegard Baumgart, Volker Braun
  • 2010 bis 2015 (Auswahl): Kerstin Decker, Friedrich Christian Delius, Ulrike Draesner, Angelika Klüssendorf, Ralf Rothmann, Hans Joachim Schädlich, Rolf Schneider, Reiner Stach, Jennifer Teege, Gernot Wolfram 
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